Gehen am Abgrund

gehen am Abgrund

 

Das Gehen am Abgrund, die Gradwanderung, nicht im Gebirge sondern im Alltag. Tag für Tag die Aussicht genießen, jeden Schritt beobachten und doch keine Sicherheit, dass es nicht doch vielleicht der letzte Schritt ist, in einem Leben das Sicherheit nicht kennt. Und doch versuchen wir immer wieder uns hinter Mauern zu verstecken, die Dick genug sind jeden Feind fernzuhalten. Oft habe ich über diese Gratwanderung nachgedacht, über das für und wieder eines Lebens, das nicht nur deshalb, weil es grundsätzlich keine Sicherheit gibt für den Menschen, bewusst auf Sicherheit verzichtet. Um nicht Sicherheit zu suchen und Mauern zu bauen. Ich bin davon überzeugt, dass nur das offen bleiben, das sensibel sein für jede Herausforderung und auch für unsere Gedanken und Vorstellungen denen wir ständig in uns begegnen uns befreit. Freiheit, die auch Ausdruck unserer Verletzlichkeit ist und die doch notwendig bleibt um der Wirklichkeit zu begegnen.

 

Hinter unserer Angst, die Mauern baut, werden wir nicht der Wirklichkeit begegnen, es sei denn unserer armseligen Wirklichkeit, die wir zwar kennen und die wir doch all zu gern verleugnen. Wir können uns ein Haus bauen, eine Burg, in der wir keine Gradwanderung machen müssen. Das ist dann aber eine Gefängniszelle, selbst gebaut, vieleicht auch mit Vorgarten, und Hausbar und Wintergarten, es bleibt ein Gefängnis.

 

Das nach Zielen leben, bringt uns dort hinein. Das Streben nach Sicherheit zeigt sich in einem zielorientierten Leben. Die Sicherheit, die wir in einem solchen Leben vermuten ist toll, wenn sie auch nur ein Konstrukt ist, das wir aber mit Zielstrebigkeit am Leben halten können.

 

Wie ist wohl ein Leben ohne Ziele, wo wir jedes Ziel Loslassen können oder in dem wir kein Ziel entwickeln. Der Eindruck täuscht nicht, das wohl so gut wie niemand wirklich loslassen kann. Denn Loslassen führt in die Ziellosigkeit, in die Haltlosigkeit. Es lässt sich aber auch Wahrnehmen, das dieses Loslassen die Voraussetzung ist für totale Freiheit. Freiheit ohne die wir nie die Wirklichkeit wahrnehmen. Wir können Freiheit nicht als Freiheit wahrnehmen, in einem Leben hinter Mauern, bei fehlender Offenheit, bei einem Risikodenken, das jede Form von Neuem, nicht bekanntem verhindert. 

 

Freiheit wird von nichts gehalten, eingeschränkt oder überwacht. Freiheit ist nicht eine unserer Eigenschaften, sie ist zunächst einmal eine Vorstellung. Eine Vorstellung ist auch jedes Ziel. Eine Vorstellung ist nie Wirklichkeit, ebenso wie Worte nie die Sache oder die Wirklichkeit sein können.

 

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Das Loslassen besprechen wir später. Jetzt wollen wir erst einmal hinschauen ob Ziellosigkeit, Haltlosigkeit den Schrecken hat, den wir uns bei diesen Wörtern  vorstellen. Das ist ja eine Vorstellung, zu der wir erzogen wurden, in die wir uns selbst hinein manövriert haben. Wie schnell verurteilen wir das Lotterleben, das der ein oder andere, allerdings auch hinter den eigenen Mauern, so für sich lebt.

 

Es ist schön und lässt sich fühlen und spüren, das Loslassen, die Verletzlichkeit  und das kann auch Deine Erfahrung sein, dass diese Haltlosigkeit, das von allem losgelöste, die eigene Gradwanderung des Lebens als solche wahrgenommen, erst das Gefühl von Freiheit und Leben gibt. Einen anderen Weg gibt es wohl nicht, um diese Erfahrung zu machen, sich auf Freiheit und Ziellosigkeit einzulassen.

 

Schauen wir uns zunächst die Welt an, das was wir von ihr in uns entstehen lassen, wie wir Welt sehen. Diese Welt ist voller Bilder, voller Gefühle, voller Klang, voller Düfte, voller Sinneserfahrung die wir spüren und leben. Ist sie auch voller Worte? Nein Worte entstehen in unserem Denken, sie sind Ausdruck  all des gemachten, sie sind nicht die Erfahrung, das Leben. Wir drücken Erfahrung und die Welt in Worte aus, mehr nicht.

 

Was sehen wir in all den Bildern des Alltags, der Probleme, des Wachsens und des Sterbens, - bekanntes, neues, wunderliches, ähnliches. Manche Bilder sind voll von Nachrichten, wir interpretieren sie und damit sind sie verloren, weil wir Worte für das Absolute halten, nicht das Bild, was diese Worte ausdrücken wollen. So ist es auch mit dem Versuch über diese Worte hinauszugehen und sich den Bildern zu nähern, sich der Welt zu nähern. Direkt da wo diese Bilder entstehen, nicht erst wenn sie von uns interpretiert sind.

 

Da möchte ich etwas in das Herz jedes einzelnen legen. Den Samen der Erkenntnis, das alles vorher hier geschriebene, der Bewusstseinsraum jedes einzelnen Menschen ist und ebenso der Raum aller Menschen, die im Ganzen die Menschheit ist. Jeder einzelne von uns ist immer der Rest der Menschheit in Bezug auf die ganze Menschheit. In diesem Bewusstseinsraum leben, arbeiten, erleben wir die Welt. Hier entsteht sie, hier entsteht Leiden, Versagen, Geburt und Tod.

 

Die Frage ob wir darüber hinaus gehen können, habe ich oft gestellt. Jetzt ist es an der Zeit, die Antworten auf diese Frage zu betrachten und sich dann mit dem wie zu beschäftigen. Das wie steht nicht an erster Stelle. An erster Stelle steht, dass wir nicht einfach ja zu dem sagen was nachfolgt. Ablehnen geht auch nicht, bei Ablehnung sind gleich alle Möglichkeiten neue Räume zu betreten durch das bestreiten geendet. Wir müssen uns mit dem gesagten beschäftigen und versuchen ohne Voreingenommenheit, ohne ein direktes Ja oder Nein die eigene Antwort auf Fragen zu finden, damit wir dann eine sich öffnende Möglichkeit ergreifen können,  hin zu etwas neuem.

 

Freiheit habe ich gesagt, ist nicht eine unserer Eigenschaften, auch nicht eine Teilpersönlichkeit von uns. Der Freiheit können wir im Raum der Freiheit begegnen, wenn sie uns dazu einlädt. Ein Bewusstseinsraum ist Freiheit. Was es sein könnte, spiegelt sich in Bildern und Worten in unseren Alltags-Bewusstseinsraum hinein. Erfahren um was es sich handelt, können wir nur, wenn wir diesen Bewusstseinsraum in uns, der über unseren hinausgeht betreten. Das ist natürlich auch nur als Bild zu verstehen denn es handelt sich dabei um Mystik, Bewusstseinserweiterung und was für schöne Worte, mit denen die Menschen dieses erwachen oder erleuchten in einem anderen Raum bezeichnen.

 

Alles vollkommen unbedeutend für unseren hiesigen Bewusstseinsraum, wenn wir über uns hinausgehen dürfen um das Andere zu erfahren. Erst mit dieser Erfahrung kann Erfahrung für das Hier und Jetzt tragend, haltend sein, eine Möglichkeit.

 

Es gibt viele Wege in diese Räume z.B. die Kontemplation im Christlich westlichen Raum oder die Zen Meditation oder Vipassana – die Einsichtsmeditation. Jede Religion, nicht die Institutionen sondern der Weg dieser Gemeinschaften hat diese Bewusstseinsräume durch ihre Mystiker gesucht und gefunden. Niemand muss seinen Kulturkreis verlassen, wenn auch das Andere hilft Klarheit zu gewinnen. während das Bekannte unzählige Nebelbänke entwickelt.

 

Das sind bereits eine Menge Worte, vertiefe dich hinein aber versinke nicht in ihnen, sie sind nicht die Sache und auch nicht ein anderer Bewusstseinsraum. Dann öffne Dich für jede Möglichkeit die erscheint, betrete sie wenn es sich wohl anfühlt, nehme ohne Urteil wahr was geschieht. Dazu musst du weder den Alltag verlassen noch in die Ferne ziehen. Wenn du lieber im hier und jetzt Deiner Welt  Erfahrungen machen willst, begnüge dich mit diesen. Nichts was bereits da ist müssen oder können wir suchen. Wir sind bereits das Ganze auch wenn das Bewusstsein dazu fehlt, denn es wird von der Individualität dieser Dualen Welt blockiert.

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